| Bondage Fairies
What You Didn´t Know When You Hired Me
Erst kloppen die Schweden Schweine-Rocker en Masse aus dem Boden, dann zeigen die Garage-Rock/Punk-Bands der Welt, wie die Gitarre bedient wird- und jetzt? Da kommen auch noch die Computer-Frickler namens Bondage Fairies in Roboter-Masken daher, und entlocken den Tastaturen und Programmen Fieps-, Pieps- und Quietsch-Töne, denen sinnentleerte Lyrics unterstellt werden.
Gerade dieser Tage erschien das Erstwerk "What You Didn´t Know When You Hired Me". Ein Ausbund an allem, was elektronische Töne macht, ist darauf vertreten; handelt es sich dabei um Atari oder C64 Töne? Egal. Dass es sich dabei um Schweden handeln soll, ist allerdings schwer nachvollziehbar. Vor meinem geistigen Auge spielt sich folgende Szene ab: Spielhalle irgendwo in Tokio. Die Japaner sind ja (spätestens seit MTV) bekannt für ihre Vorlieben für durchgeknallte Aktionen, Spiele, und alles, was irgendwie krass-radikal ist und zum Ausflippen animiert. In besagter Spielhalle befindet sich ein Haufen Jugendlicher, der sich um jegliche vorhandenen Spielautomaten scharrt. Darunter ein Musik-Automat: drücke die jeweilige leuchtende Taste und springe dazu wie ein Kamikaze wild mit dem Armen fuchtelnd. Dazu tänzeln über den Bildschirm Manga-Figuren in Extrem-Zeitraffer, vorzugsweise mit kleinen Knarren in der Hand, mit denen sie sich gegenseitig abknallen, woraufhin gleich ein kleiner lächelnder Geist gen Himmel schwebt, der nächste Gegner auf dem Bildschirm aber sofort aus dem Boden gehoben wird. Rechts und links dudeln weitere Spielhöllenmaschinen, weiter hinten gibt es einen Gitarren-/Bass-Animationsautomaten. Das Ganze macht Spaß und lässt die Bein-Muskeln zucken, was Elvis Creep und Deus Deceptor da fabrizieren. "Pixies on Acid" erkärt der Beipackzettel die Musik, was an manchen Stellen ("Gay Wedding" z.B.) durchaus passend ist. Den Soundtrack sollte man sich merken, wenn mal wieder ein Irvine Welsh Roman verfilmt werden sollte. Für Trainspotting oder Acid House ist es ja leider schon zu spät. Wer sich an der Musik ausgetobt hat und genug rumgesprungen ist, kann dann ja auf die Pixies ohne Acid zurückgreifen. Denn mit der Bondage Fairies Musik ist es wohl wie mit den Drogen: zuviel bringen einen schlechten Trip, und auf allzu lange Dauer konsumiert, bleiben Langzeitschäden nicht aus. Aber wohldosiert hat das seinen Reiz. Und zu ernst genommen werden sollte der Output sowieso nicht. <--zurück
The Masterbrain
Bondage Fairies
Lobotom Records |