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Einer gegen das Imperium- Yor, der Retter der Zukunft
Italienische Barbarenfilme sind ja eh schon ein sehr spaßiges Kapitel der Filmgeschichte, nach dem Erfolg von Arnie`s Conan der Barbar Anfang der Achtziger fühlte sich so ziemlich jeder italienische Möchtegernregisseur bemüht, seine eigene Variante des Themas auf die Menschheit loszulassen, und das immer ohne Erfolg. Aber das ganze dann noch mit Science Fiction zu vermischen...AUWEIA! Kann eigentlich nur furchtbar in die Binsen gehen. So ist auch eine der ganz großen Fragen, die ich mir in den letzten Sekunden, bevor ich auf PLAY drücke, stelle, ob ich den Film tatsächlich in einem Rutsch durchstehen kann.
Was geht eigentlich in den Köpfen der Filmemacher vor, die einen solchen Streifen herstellen??? Ich hab da ja meine ganz eigene Theorie: Das ganze muss sich im Jahre 1985 in etwa so zugetragen haben: Anthony Dawson, der schon immer ein guter Regisseur sein wollte, bisher aber noch nicht die zündene Idee hatte (und um es mal vorwegzunehmen, nie bekommen hat) schaut sich gerade zum x-ten mal Conan der Barbar in der Glotze an, zwischendurch zappt er auf einen anderen Kanal, dort läuft paralell Star Wars. Langsam schiebt er sich ein LSD-Plättchen unter die Zunge, zieht einmal kräftig an seinem Bong und hat sie endlich: eine Vision von einem Film, auf den die Welt seit Jahrzehnten wartet: Ohne zu zögern beginnt er im Drogenrausch mit dem Drehbuch. Das dabei schließlich wohl nicht mehr als eine DINa4 Seite zustande gekommen ist kann man auf die nachlassende Wirkung der Drogen schließen. Anders kann ich mir die Entstehung dieses Films einfach nicht vorstellen.

Also, normalerweise steh ich ja nicht auf minirock- tragende Muskelprotze, aber Filmheld Yor, dargestellt vom unglaublichen, untalentierten REB BROWN, ist einfach ein Typ zum verlieben. Schon in der ersten Szene, wenn er mit seiner blonden Zottelperücke und einem total debilen Grinsen im Gesicht vollkommen sinnlos, nur bekleidet mit seinem sexy Lendenschurz und Fellpuschen durch die Einöde läuft, ahnt man schon: Das kann verdammt lustig werden! Die ganze Szene wird zu allem Überfluss noch begleitet von einer völlig lächerlichen, an Modern Talking auf italienisch erinnernden Titelmusik, die zu dem Film ungefähr genauso gut passt wie Karnevalsmusik auf einer Beerdigung. Kurz zur Story, die bei Gurkenfilmen dieser Kategorie eh nur begrenzt vorhanden ist:
In der ersten Stunde des Films trifft Yor, der sich auf der Suche nach der Bedeutung eines von Ihm getragenen Medaillons ist, auf allerlei ziemlich blöd wirkende Steinzeitmenschen. Mit manchen freundet er sich an, andere schließen schnell Freundschaft mit seiner Keule (also bitte nicht falsch verstehen, der Film beinhaltet keinerlei pornographische Szenen). Nachdem Yor auf diese Weise einige "Abenteuer" übersteht und man nur noch auf den Abspann wartet nimmt der Film endlich seine sensationelle Wende, plötzlich und vor allem unerwartet, trifft unser Held auf eine Androidenarmee die aus lauter kleinen Darth Vader verschnitten besteht und gegen die fortan munter mit der Laserpistole gemetzelt wird.
Abschließend mein dringender Aufruf an alle Trash-Freunde: Seht euch diesen Film an! In einer ordentlich angeheiterten Runde von Trashfans macht der Streifen eine Mordsgaudi, denn "Einer gegen das Imperium" ist mit ganz großer Sicherheit das Beste was das Genre Barbaren-Science-Fiction Film herzugeben hat. Wer einen besseren (oder überhaupt einen anderen kennt) melde sich bitte umgehend!
stereoeyes
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