| Kashmir
No Balance Palace
Sphärischer Britpop aus Dänemark. Kashmir legen ihr Drittwerk "No Balance Palace" vor, dieses Mal mit renommierten Namen im Hintergrund. Produziert wurde das Album von Tony Visconti, daher kommt wohl auch die Verbindung zu David Bowie, der auf einem Track ebenfalls vertreten ist.
Bei "Kalofornia" startet das Album mit einer Orgelpassage, die die Gesamt-Atmosphäre des kompletten Werks richtig wiedergibt. Leicht verhallt klingen die Gitarren, deren Saiten nie zu stark angeschlagen werden, sondern immer sachte und ausklingend. So wie in "Jewel Drop" kullern die Töne langsam durchs Gehör. Dazu die immer sehr klare Stimme Kasper Eistrups, die auf schöne Art und Weise in das Instrumentenspiel eingebettet ist. Eine rockigere Abwechslung bietet "The Cynic", der Song, in dem David Bowie im zweistimmigen Gesangspart das Mikro zur Hand nimmt. Das Schlagzeug nimmt hervorragend den Rhythmuspart ein, dezent im Hintergrund fungiert es und wird nie aufdringlich im Vordergrund. Der Gitarren-Riff in "The Curse Of Being A Girl" besitzt einen schönen Melodiebogen, der einfühlsam seine Bahn in der Erinnerung zieht. Gegen Ende des Albums schwankt das ganze ein wenig in die Krautrock-Ecke, verzerrtere Gitarren hauchen den Songs eine düsterere Stimmung ein, die in "Snowman" durch gewellte, ausufernde Anschläge hinüberleiten zum 2-minütigen Sprechpart Lou Reeds. Mit dem 8-minütigen Albumtitel "No Balance Palace" lassen Kashmir zum Schluss noch einmal ihre rockigere Seite aufleben.
Mit "No Balance Palace" ist Kashmir ein Album gelungen, das durch Homogenität den Hörer in eine Entspanntheit hineingleiten lässt, die angenehm in die Glieder fährt. Wie in Watte gehüllt sinkt man ein und mit einem Glas Wein erreicht man den Zustand lauschigen Vergessens. <--zurück
The Masterbrain
Kashmir Bandpage
Sony BMG
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