Washington


A New Order Rising


Piano-Melancholie, Slide-Gitarren, dezente Gitarren-Arrangements, und über allem thronend Sänger Rune Simonsens ruhige, lang klingende Stimme: besser hätte Robin Proper-Sheppard alias Sophia es auch nicht machen können.

 

Dabei sind die drei Norweger gerade mal 23. Auf ihrem ersten Werk "A New Order Rising" zaubern sie aber Folk-Elemente, Britpop und tiefste Skandinavien-Melancholie zusammen, als hätten sie jahrelang nix anderes getan. Was im Grunde genommen ja auch stimmt, denn die Jungs spielen seit nunmehr 7 Jahren zusammen. Allerdings klingt das dennoch ganz und gar nicht nach Anfang 20 und nach Debut-Album. Das hier klingt nach Anfang 30, mehreren Jahren Probiererei, bis man endlich zu dem Sound gelangt ist, den man vergeblich all die Jahre zuvor suchte, nach Jahren des Schmerzes und der Traurigkeit, nach tiefer seelischer Verletztheit und Katharsis, aber auch nach Hoffnung. Das klingt nach dunkler Melancholie, die in 6-9 Minuten Songs ausgelebt werden muss ("Black Wine", "A Long Poem To Acts Of Heres Or Gods"; "Velvet Room") und nach britischem Charme, nach Embrace ("Landslide", "My Sea") und nach ihren Kollegen von Midnight Choir. Die sind bzw. waren ja ebenfalls Meister des Seelenschmerzes. Es klingt nach Coldplay-Piano-Passagen oder auch einfach nur nach Washington, nach jungen Norwegern, die jetzt schon wissen, wie sie klingen wollen und nicht lange auf diversen Vorgänger-Alben rumprobieren brauchen.

 

Obwohl die Songs so tieftraurig aufgebaut sind, nehmen sie einen dennoch in den Arm und scheinen Trost spenden zu wollen. Die beruhigende Wirkung hat auch Håkon Gebhardt (ex-Motosprycho, jetzt HGH) und Ane Brun eingefangen. Die haben ebenfalls ihre Spuren auf dem Album hinterlassen. Jetzt dürfen wir nur noch gespannt sein, wie Washington klingen werden, wenn sie wirklich 30 sind.        <--zurück

 

The Masterbrain

 

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Glitterhouse Records

 
 
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