Willard Grant Conspiracy

 

Let It Roll

 

Volle Breitkante in die Seite: der übergewichtige Robert Fisher legt mit seiner großartigen Band Willard Grant Conspiracy ein neues Album auf Glitterhouse vor und überrennt alles!

 

Bisher ist diese Band mehr oder weniger völlig unbeachtet an mir vorbeigerauscht. Welch Frevel! Erste Aufmerksamkeit meinerseits erhaschte sie kürzlich von mir, als ich sie in Amsterdam sah und sie mit fulminanten Piano-Passagen und dem Song "Breach" losfegten. Kurzerhand danach das aktuelle Album besorgt, und nun läuft es in meinem CD-Spieler, läuft und läuft und läuft… Natürlich zuerst reingezappt: Breach. Aber auch der Rest des Albums ist ein Ausbund an herrlich schönen, ruhigen, Keyboard- und Pianoumwedelten Songs, krachend vorantreibenden Americana-Stücken und atmosphärisch getriebenen Soundwänden. Der Titelsong Let It Roll ist ein anwachsender Hurricane an Violinen, Gitarren, Keyboards und Bässen, der seine Geschwindigkeit steigert durch die über allem stehende dunkel-rauchige Stimme Robert Fishers. Überhaupt ist diese Band ein einziges Markenzeichen: Robert Fisher ist unverkennbar in Stimme und Auftreten, die Kombination der Instrumente und das Zusammenwachsen derer zu einem Song, die schönen, tragenden Arrangements. Dance With Me, das dich in die Arme schließt und im ruhigen Takt wiegt, das oben schon erwähnte Breach, zuckender, wirbelnder Rock´n´Roll, das die Tasten des E-Pianos foltert und im wahrsten Sinne des Wortes mit Pauken und Trompeten die Tanzwaden umnietet. Let It Roll ist ein Album, das den Zuhörer mitreißt, ihm aber durchaus Pausen gönnt, wieder hoch wirbelt und nie wirklich zur Ruhe kommen lässt. Lady Of The Snowline ist ein Song, den selbst Johnny Cash nicht besser hätte machen können. Die CD geht zu Ende und ich verneige mich tief- und drücke zum unzähligen wiederholten Male auf Play! <--zurück

 

The Masterbrain

 

Willard Grant Conspiracy

Glitterhouse Records

 
 
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